Grabungstagebuch zur Kampagne in Azatan 2016 / Teil 1

Aus dem Grabungstagebuch der Kampagne in Azatan 2016 der Shirak-Expedition.

Während der Kampagne 2016 sind neben dem Leiter der Grabung Andreas Furtwängler und seinem armenischen Kollegen Hamig Khatschatryan, der Anthropologe Paul Baylet, die Archäologen und Kunsthistoriker Matthias Gütte, Dorothea Mauermann und Larisa Yeganian tätig.

In diesem Jahr ebenfalls wieder mit dabei: unser Restaurator Hamlet Avetisyan, als Fotograf Armen Shaparonian und studentische Mitarbeiter der Universitäten Yerevan und Gyumri.

Vervollständigt wird unser Team durch 12 Arbeiter/innen aus Gyumri.

Grabungstagebuch 2016 / Woche 1: 03.08. – 06.08.2016

Azatan 2016

Wie vor jeder Kampagne erfolgt am Anfang die Überprüfung des Materials sowie des in die Jahre gekommenen Wagenparks. Natürlich muss nachgebessert werden und so ersetzen wir als erste Amtshandlung die Stoßdämpfer des Jeeps.

Nun kann die Sichtung des Geländes erfolgen. Und so versuchen wir eine Einschätzung der durch Winter und klimatische Veränderungen verursachten Schäden.

Nachdem wir uns einen groben Überblick verschafft haben, erfolgt die planmäßige Erfassung der noch zu untersuchenden Siedlungsspuren im Festungsbereich:

Die Frage, die sich hier stellt ist, ob es sich bei der Festungsanlage in Azatan um eine bewohnte Festung oder lediglich um eine Fluchtburg handelt.

Soweit es die Westhangsiedlung betrifft, die natürlich weiterhin untersucht werden soll, berät das Team zunächst, wie die weiteren Schnitte und Freilegungen angegangen werden sollen.

Die Arbeiten in Azatan 2016 sollen sich auf die folgenden Punkte konzentrieren:

AA12 (Haus I & II):
  • die Nordseite der Anlage soll untersucht werden, die Oberfläche weist Spuren einer absidialen Mauer auf
  • die Altsondage 1995 von Hamig Khachatrian (Haus I), die weiter südlich liegt, muss gereinigt und zu einem festen Rechteck erheblich erweitert und planmäßig erfasst werden
  • auf der Zitadelle sollen 2 Schnitte innerhalb der Befestigung gegenüber des späteren, hellenistischen Zugangs, bzw. der Rampe geöffnet werden
  • der umliegende Bereich eines frühbronzezeitlichen Grabes (zunächst freigelegt 2015 / mit Gefäß und Kupfermesser) soll genauer untersucht werden
Einmessung der Rechteck- Erweiterungen in AA12:

Als Haus I wird die Anlage bezeichnet, in welcher 1995 die Altsondage von H. Khachatrian durchgeführt wurde.

Das Gelände  wird  neu vermessen und das Rechteck damit auf 11,2 x 11 m erweitert. Hier beginnt nun die umfangreiche Reinigungsarbeit bis auf das Niveau des Verfallszustandes und die Tiefenreinigung der Installationen.

Außerdem wird eine Erweiterung im Tiefbereich zur Überprüfung von Vorgängerbauten vorgenommen und es erfolgt eine Niveau- und vektorgrafische Aufarbeitung.

Als Haus II wird die Anlage bezeichnet, die 2015 teilweise freigelegt wurde.

Es erfolgt eine Neuvermessung und Erweiterung um 5 m nach Norden auf 19,36 x 17,5 m.

Erste Reinigungsarbeiten werden jetzt vorgenommen. Im Süden, zwischen Installation und Tisch, wird ein Gefäßfragment mit schwarz polierten Kanneluren gefunden. Ähnliche Stücke fanden sich in Shirakavan (ca. 8.Jh.v. Chr.)

Das Wandungsfragment lag auf verbranntem Lehm. Diese Schicht zieht sich unter der Installation hindurch.

Am 06.08.2016 erfolgten Drohnen-Aufnahmen des Siedlungsbereiches. Die Aufnahmen dienen der vektorbasierten Erfassung und sollen den Gesamt-Siedlungsbereich verdeutlichen.

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