Grabungstagebuch zur Kampagne in Azatan 2016 / Teil 3

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Aus dem Grabungstagebuch der Kampagne in Azatan 2016 der Shirak-Expedition.

Grabungstagebuch 2016 / Woche 3: 15.08. – 20.08.2016
Haus II / Nord:

Auf der 5 m gegen Norden gezogenen Erweiterung, die in der letzten Woche frei präpariert wurde, ergeben sich labyrinthähnliche Trassen von Mauerzügen. Diese sind einlagig, das heißt der Mauer M6 entsprechend.  Die Nordwest-Ecke wird auf einer Fläche von 4 m x 8 m abgetieft, um dies zu überprüfen. Diese Arbeiten haben wir jedoch bald eingestellt, da unmittelbar darunter gelber Lehm (Geologie) erscheint. Es fand sich sehr wenig Keramik. Anscheinend handelt es sich um die tiefste Lage von Stampflehmmauern, die spätantik (?) angelegt worden wäre. Die Keramik muss gewaschen und untersucht werden.

Haus I und II:

Der Turm-Lastwagen kommt, um AA12 als Gesamtbereich photographisch zu erfassen und die Grundlage für vektorisierte Pläne zu ermöglichen. Drohnen-Aufnahmen, welche zur Digitalisierung der Planaufnahmen beitragen, liegen zwar bereits vor, aber sie sind beim Freilegen der Flächen gemacht worden und zeigen nicht das Bild nach der gesamten Freilegung.

Azatan 2016: Untersuchungen der Festung Azatan

Eine der entscheidenden Fragen, die sich stellt: haben wir es im Ursprung mit einem besiedelten Bereich innerhalb der Festungsmauern zu tun oder handelt  es sich um eine Fluchtburg?

Quadrant Y20

Zur Beantwortung werden zwei Quadranten in Y20 geöffnet:  3 m x 2 m (II) und darüber in einem Abstand von 6 m eine  quadratförmige Fläche von 4 m x 4 m (I).

Sondage Y20/I:

Azatan 2016: Woche 3: Sondage in Quadrat Y20 der Festung

Woche 3: Sondage in Quadrat Y20 der Festung

Es zeigt sich zunächst ein mächtiger Humus-Streifen, darunter findet sich im Osten eine hellere Verfärbung in einer Tiefe ab 0,3/0,4 m. Zu finden ist nur ganz vereinzelt stark abgerollte Keramik des 9./8. Jh.v.Chr.

Nun wird die  Füllung sandig und beige, es erscheint herabgestürztes Geröll auf der Ostseite. Im Süden und Westen wird auf -0,60 m herabgegangen. Hier erscheint rötlich beige, leicht sandige Erde, sehr wenig Keramik und einzelne Steinblöcke.

Sondage Y20/II:  Es findet sich eine außerordentlich starke Steinblockverschüttung ab -0,15 m

Azatan 2013: Woche 3 / Grab 1

Woche 3: Grab 1

Tiefe, also unmittelbar unter der Humusschicht. Da die Sondagenfläche für solche Befunde zu schmal ist, wird dieser Bereich zunächst stehen gelassen.

Weitere Untersuchungen auf der Festung in Y20: Unter der fachkundigen Leitung von Dorothea Mauermann, wird ein weiterer Quadrant geöffnet. Dieser hat den Vorteil, in einem Eckbereich des ursprünglichen Raumes zu liegen, so dass Mauern angeschnitten werden können.

 

Azatan 2016: Gräber

Im Quadrant N13 (im sogenannten „Kerameikos“ von Azatan) wird ein Cromlech von ca. 5 m Durchmesser zur Untersuchung ausgewählt.

Azatan 2016: Woche 3: Paul Baylet neben dem Grabdeckel

Woche 3: Paul Baylet neben dem Grabdeckel

Zum ersten Mal wird Paul Baylet als Anthropologe bei der Bergung von Knochen hinzugezogen. Dies soll uns verstehen helfen, was für das Verständnis des Bestattungsrituals von Bedeutung ist. In diesem Falle gibt es einen unteren Leichnam. Diesem fehlt allerdings der Kopf ebenso wie der Oberkörper. Auf bzw. neben ihm sind ein großes Ringhenkelgefäß mit Fischgrätenmuster (hellgrau) und die Klinge eines Eisenmessers positioniert war.

Weiter westlich liegt auf etwas höherem Niveau eine Nachbestattung. Es handelt sich um eine Frau, die ihren Kopf nach rechts gedreht hat, während ihre Beine nach links abgekippt sind. Daneben fand sich ein kleines, schwarz poliertes Gefäß.

Das Grab war mit einem tonnenschweren Steinblock überdeckt, der für große Schwierigkeiten bei der Bergung und Verschiebung sorgte.

Die Datierung konnten wir auf die Späte Eisenzeit I / Frühe Eisenzeit II  festlegen, also ca. 750 – 600 Jh.v.Chr.

Das Grab wird von Matthias Gütte eingemessen und auf dem Gesamtplan verortet.

Zwei kleine, tangierende Cromlechs (Zwillingsringe) werden gereinigt und freigelegt. Die

Azatan 2016: Woche 3 / Grab 2

Woche 3: Grab 2

Deckplatten sind erheblich leichter. Es stellt sich heraus, dass der südliche Cromlech völlig leer war, während der nördliche zwei (?) Gefäße beinhaltete.

Handelt es sich hier um einen Kenotaph für ein Kind (?), welches in der Fremde gestorben ist? Oder im Winter starb und aufgrund des gefrorenen Bodens nicht ordentlich bestattet werden konnte?

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