Grabungstagebuch zur Kampagne in Azatan 2016 / Teil 2

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Aus dem Grabungstagebuch der Kampagne in Azatan 2016 der Shirak-Expedition.

Grabungstagebuch 2016 / Woche 2: 08.08. – 13.08.2016
Azatan 2016: Letzte Reinigungsarbeiten und danach Neufreilegung größerer Bereiche von Haus I

Nach Sichtung der Zerstörungen durch herabstürzende Dach- und Mauerteile wird der Versturz, welcher aus schweren Steinbrocken und Lehm bis herab zum Fußbodenniveau besteht, entfernt. Die fachgerechte Freilegung nimmt ihre Zeit in Anspruch, jedoch nehmen der Profilschnitt sowie die erweiterte Grabungsfläche zunehmend Gestalt an.

Entlang der Mauer  M1 wird die sogenannte „Nordrinne“, die aus aufrecht stehenden, schmalen Platten besteht, freigelegt. Diese Anlage ist vermutlich als Sitzbank-Vorrichtung oder Futterraufe zu verstehen.

Im Westen ein nimmt ein L-förmiger Raum Gestalt an, der in einer 2. Bauphase in R2 aber offensichtlich aufgeschüttet wurde. Dieser Umstand lässt sich an der Süd-Kante der Mauer M3 gut erkennen.

Im westlichen Bereich von R2 wurde Holzkohle geborgen, ebenso eine hell-rosa/sandige Schicht, bei welcher es sich eventuell um verbrannten Lehm handelt, der verbrannte Flechtwand enthalten könnte. Der Hof (R3) war vermutlich offen gehalten. In dessen Süden befindet sich eine Installation, die derjenigen von Haus II ähnelt. Charakteristisch sind zwei aufrecht stehende Platten und ein Tisch.

 

Zweite Bauphase:

Der Bereich zwischen M3-Nord und M4 liegt in dieser Bauphase etwa 0,4 – 0,5 m höher und war vermutlich gedeckt. Ob auch der nun aufgeschüttete Bereich in R2 noch funktionsfähig war, ist nicht gesichert. Die Aufschüttung ist an der Süd-Kante der Mauer M3a gut sichtbar, da diese in Lehm/Erde eingebunden ist.

Der Hofbereich des Hauses I war mit schwarzer Erde zugeschwemmt. Diese zog sich über eine Grube bis unter die eingestürzte Mauer M3-M4. Die UK-Mauer-Werte sollen in den nächsten Tagen registriert werden. Außerdem werden Vorbereitungen zur vektorbasierten Planaufarbeitung und Höhenvermessung getroffen. Dieses Verfahren ist zum Teil Niveau rekonstruierend und soll weitere Aufschlüsse zur Gesamtanlage geben

Desweiteren sollen die zerstörten Süd- und West-Installationen rekonstruiert und die Reibsteine und Brotbackformen geborgen werden. Aus der Grube des Hofbereiches von Haus I wird zudem Material für C14-Proben entnommen. Ebenso wurde eine C14-Probe aus der nordwestlichen Installation gesichert.

Azatan 2016: Haus II in AA12

Dorothea Mauermann und Matthias Gütte gehen der Frage nach, inwieweit die Spuren einer Mauer Richtung West-Ost unter der an die Mauer M3 angeschütteten Erde in Richtung „Pflasterraum“ verlaufen.

Nach einem ersten Profilschnitt ist das Ergebnis jedoch negativ. Allerdings geht aus dieser Untersuchung klar hervor, das M6 nicht, wie 2015 vermutet, zur selben Phase wie M3 gehört. Es handelt sich im Gegenteil um eine dritte Überbauung, die im nördlichen erweiterten Bereich ihr Entsprechung findet.

Eine Datierung steht noch aus. Diese erfolgt, sobald die gefundene Keramik ausgewertet ist.

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