Azatan – Kampagne und Vorhaben 2016

Vorhaben Westhang-Siedlung

Die Vorhaben 2016 in Azatan sind vielfältig. Die Frage zum Siedlungsbeginn am Westhang und deren Verhältnis zur Errichtungszeit der Festung und Außenbesiedlung in W12 soll weiter untersucht werden. Das soll mit der Freilegung des nördlichen und östlichen Häuserbereiches (in AA und AC12) angegangen werden. Wir erhoffen uns neue Erkenntnisse über das alltägliche Leben der Bewohner der Siedlung.

Die Ergebnisse der Vorjahre hatten gezeigt, dass frühestens am Ende der Spätbronzezeit bzw. zu Beginn der Eisenzeit die Anlage der Festung erfolgt sein kann. Damit steht die Festungsanlage von Azatan zeitlich und architektonisch in der Tradition der sogenannten zyklopischen Festungen in Transkaukasien, welche in der Spätbronzezeit/Früheisenzeit erstmalig errichtet wurden.

Vorhaben Festung

Vom Inneren der Festung hatten wir bislang in Z21 lediglich Nachbesiedlungsbenutzungen feststellen können, da Früheres der Erosion anheim gefallen ist. Nun gilt es im Inneren der Festung Bereiche zu untersuchen, die geschützter liegen. Es soll festgestellt werden, ob man von einer bewohnten Festung oder lediglich von einer Fluchtburg ausgehen kann.

2015 wurde festgestellt, dass Überbauungen im Bereich AB12 erst nach Aufgabe der älteren Anlagen stattfanden. Also vermutlich im späten 6 oder frühen 5. Jh.v.Chr. Insgesamt konnten drei unterschiedliche Bauphasen voneinander getrennt werden. Jedenfalls ergibt sich ein neues, breit zu untersuchendes Keramikspektrum. Dies kann zum Teil auch mit demjenigen des nah gelegenen, in achämenidischer Zeit gegründeten Benjamin verglichen werden. Die keramologischen Untersuchungen werden somit sicher neue Ergebnisse erbringen, die zur chronologischen Erfassung der verschiedenen Siedlungsbereiche beitragen werden.

Grabbeigaben und Knochenbefunde der zahlreichen bis 2015 erforschten Gräber werden in diesem Jahr von spezialisierten Anthropologen vor Ort weiterhin analysiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Faktenlage ein.

Insgesamt werden alle bisher zusammengetragenen Fakten zur Erläuterung der Wirtschaft, der Lebensbedingungen und der Kultur der autochthonen Bevölkerung der Shirak-Ebene und ihres Umfeldes zu einem Bild zusammengefasst, das zum historischen Verständnis dieses wichtigen Durchgangsgebietes beitragen wird.

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